Euro, Bewährungsprobe und Anerkennung

      Die Einführung des EURO

  • Im Juli 1990 begann die erste Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.
  • Im Oktober 1993 wird Frankfurt als Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt.
  • Im Mai 1998: Beschluss über die Teilnehmerländer am Euro: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Luxemburg, Österreich, Portugal und Spanien, Griechenland kommt 2001 dazu.
  • Im November 1998: Festlegung der Umrechnungskurse
  • Im Januar 2002: Der EURO wurde in 12 Staaten als Bargeld eingeführt und ersetzt damit die nationalen Währungen. 
  • Die Eurozone (Gruppe der EU-Staaten, die den Euro als offizielle Währung besitzen) besteht inzwischen aus 20 EU-Staaten. Nach Estland, Lettland, Litauen, Malta, Slowenien, der Slowakei und Zypern führte als vorerst letztes Land Kroatien 2023 den Euro ein.

      Bewältigung der Finanzkrise

  • 2007/2008 stürzte die Welt ausgehend vom Platzen der Immobilienblase in den USA in große Turbulenzen.
  • Insbesondere waren auch große Banken betroffen, von denen einige staatlicherseits zu retten waren (‚too big to fail‘), um nicht das ganze Finanzsystem zu gefährden.
  • Daraus ergaben sich Währungsturbulenzen und steigende Staatsschulden.
  • In Europa entwickelte sich eine sog. Staatsschuldenkrise, insbesondere in Griechenland, Irland, Spanien, Portugal und Zypern.
  • Für diese Länder wurde zunächst temporär ein sog. Rettungsschirm aufgespannt, der dann in Form eines dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verstetigt wurde.
  • Der EZB-Chef Mario Draghi sorgte durch klare Aussagen für Stabilisierung der Euro-Zone.
  • Im Juli 2012 antwortete er auf die Frage, was er zum Schutz des EUROS gegen weitere Spekulationen zu tun gedenke: „Whatever it takes“. Damit senkte er die Risiken für Staatsanleihen gerade südeuropäischer Staaten und damit deren Zinsen entscheidend ab. 
  • Es gibt bis heute nach wie vor große strukturelle Risiken des Weltfinanzsystems, die zunächst nach der Finanzkrise teilweise angegangen wurden, dann aber im zeitlichen Abstand wieder aus dem Blick gerieten. 

      Friedensnobelpreis

  • 2012 erhielt die EU den Friedensnobelpreis. Dies war der bisherige Höhepunkt der EU-Entwicklung.
  • In der Begründung des Nobelpreis-Komitees hieß es u.a.:
    • Die Union und ihre Vorgänger haben über sechs Jahrzehnte zur Förderung von Frieden und Versöhnung beigetragen. Seit 1945 ist diese Versöhnung Wirklichkeit geworden.
    • Über 70 Jahre (von 1871 bis 1945) hatten Deutschland und Frankreich drei Kriege ausgefochten. Heute ist Krieg zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar. Das zeigt, wie historische Feinde durch gut ausgerichtete Anstrengungen und den Aufbau gegenseitigen Vertrauens enge Partner werden können.
    • Der Fall der Berliner Mauer machte den Beitritt möglich für mehrere zentral- und osteuropäische Staaten. Dadurch wurde eine neue Ära der europäischen Geschichte eingeleitet, die Teilung zwischen Ost und West ist in weiten Teilen beendet. Die Demokratie wurde gestärkt. Viele ethnisch bedingte Konflikte wurden gelöst. Die Aufnahme von Kroatien als Mitglied im nächsten Jahr, die Einleitung von Aufnahmeverhandlungen mit Montenegro und die Erteilung des Kandidatenstatus an Serbien wird den Prozess der Aussöhnung auf dem Balkan voranbringen.
    • Die Arbeit der EU repräsentiert 'Bruderschaft zwischen den Nationen' und entspricht einer Form von 'Friedenskongress', wie Alfred Nobel dies als Kriterium für den Friedenspreis 1895 in seinem Testament umschrieben hat.

Im Lichte der Entwicklung der letzten 13 Jahre und gerade auch angesichts der aktuellen krisenhaften Entwicklungen merkt man, dass erreichte Fortschritte nicht selbstverständlich sind und immer wieder bedroht werden.